Aktionsbündnis B61

Karikatur von Klaus Becker

Karikatur von Klaus Becker

Unisono tönt in Bad Oeynhausen der Widerstand gegen den Ausbau bzw. Neubau der B61 durch die Weserauen wie er aktuell im Bundesverkerswegeplan vorgesehen ist. Braucht kein Mensch. Inzwischen gab es einige Treffen und die einzelnen Stimmen organisieren sich. Unter

abgegenb61ausbau.wordpress.com

finden sich alle aktuellen Informationen und Termine!

Flyer gibt es hier zum Download:
Flyer gegen den Ausbau der B61


„Aktionsbündnis gegen den Neubau der B 61 in Bad Oeynhausen-Dehme”
unterstützt von der Bürgerschaft, von den Verbänden, der Politik, dem Rat und der Verwaltung
der Stadt Bad Oeynhausen

Sachargumente gegen den Bau der B61neu in Bad Oeynhausen-Dehme (in Stichworten)
Stand: 15.04.2016 (Änderungen und Ergänzungen bleiben vorbehalten)

a. Daten und Fakten als Grundlage

  • Projektinfo aus dem Projektinformationssystem (PRINS) des Bundesverkehrswegeplans 2030 Nr. B61-G20-NW – B61 Bad Oeynhausen – Dehme (Vorm Berg) (nachfolgend Projektinformation benannt) veröffentlicht durch BMVI unter www.bvwp-projekte.de/strasse/B61-G20-NW/B61-G20-NW.html
  • Gebiet (beginnend von der Einmündung B61neu) zwischen der Weser und der jetzigen Straßenführung der B61 (endend am Drachenfliegerplatz)hat eine Größe von ca. 150 ha (Ermittlung durch ACME Planimeter)
  • durch die Trassenführung auf einem Damm werden die Weserauen zerschnitten.
  • Ca. 1/3 der bisherigen Überflutungsflächen gehen verloren

b. Mensch

  • betroffene Flächen werden insbesondere auch als Naherholungsgebiet für den Einzugsbereich Bad Oeynhausen und Porta – aber auch überregional (Weserradweg) genutzt
  • intensive Nutzung durch Spaziergänger, Radfahrer und Freizeitsportler (Jogger/Walker/Skater)
  • hier verläuft auch der Weserradweg, ein hochfrequentierter, überregionaler Fernradwanderweg
  • eine Trasse auf einem Damm für die B61neu mitten durch dieses Gebiet zerstört diesen wichtigen Rückzugsbereich für die Menschen
  • Wie soll man den Menschen und nachfolgenden Generation erklären, dass die Weserauen durch dieses Projekt systematisch zerstört wurden?
  • Nutzung als hochfrequentiertes Naherholungsgebiet fehlt vollständig in der Projektinformation/-bewertung des Bundesverkehrsministerium.

c. Natur- und Umweltschutz

  • Vorhaben liegt innerhalb eines auebegleitenden Landschaftsschutzgebiets und überwiegend in einem Naturpark.
  • wichtiges Rückzugsgebiet vieler Vogelarten wie Wildgänsen, Feldlerchen und Kiebitzen
  • im Spätsommer sammelt sich dort eine große Anzahl von Zugvögeln vor dem Flug in den Süden
  • Die Weserauen sind das Jagdgebiet der im Wiehengebirge lebenden Fledermäuse.
  • Auswirkungen auf die Umwelt sind in der Projektinformation unvollständig und damit falsch dargestellt

d. Hochwasserschutz

  • Vorhaben liegt innerhalb des Überschwemmungsgebietes der Weser
  • Zerschneidung und Aufschüttung eines Dammes würde dem Hochwasserschutz durch die Weserauen zuwider laufen.
  • Erhalt von Flutungsflächen in den Weserauen ist besonders wichtig für den Hochwasserschutz, dies gibt dem Fluss Raum, erhöhte Wasserpegeln werden verhindert
  • aber ca. 1/3 der bestehenden Überflutungsflächen würden durch das Projekt verloren gehen
  • die Strömungsverhältnisse bei Hochwasser würden sich durch den Damm verändern. Ab- und Aufschwemmungen auf den restlichen Flächen sind wahrscheinlich.
  • Denn mögliche Hochwasser schwellen umso stärker, je weniger Wasser unterwegs aus dem Fluss laufen kann
  • Probleme dann flussabwärts, also z. B. in Minden, aber auch flussaufwärts mit möglichen Auswirkungen auf den Hochwasserschutz der Werre
  • negative Auswirkungen von Eingriffen an Flussauen haben die Hochwasser in 2002 und 2013 gezeigt
  • Auswirkungen auf den Hochwasserschutz fehlen vollständig in der Projektinformation

e. Landwirtschaft

  • Wertvolle landwirtschaftliche Flächen gehen für die Neubautrasse sowie durch Zerschneidung verloren.
  • Der angegebene Flächenverbrauch in Höhe von 23,3 Ha ist unrealistisch. Bei der Berechnung fehlen notwendige neue Zuwegungen zum Erreichen der abgeschnittenen Flächen.
  • Der Ausgleichsflächenbedarf wird wegen der Hochwertigkeit der Naturlandschaft und dem Hochwasserschutz ein Vielfaches des normalen Ausgleichs betragen.
  • Die verbleibenden Flächen nördlich der Neubaustrecke fallen wegen mangelnder Abtrocknung ( Damm und Lärmschutz des Neubaus, langsamer Ablauf des Hochwassers ) komplett aus der landwirtschaftlichen Nutzung.
  • Der Gesamtflächenverbrauch durch den Neubau dürfte insgesamt in Höhe von 80 – 100 ha liegen.
  • Die verbleibende landwirtschaftliche Fläche wird verstärktem Hochwasserrisiko ausgesetzt. Die Strömungsverhältnisse bei Hochwasser verändern sich durch den Damm. Ab- und Aufschwemmungen auf den restlichen Flächen sind wahrscheinlich.
  • Den Dehmer Landwirten ( immerhin 6 Betriebe im Haupterwerb )mit der bisher vielfältigen Fruchtfolge und naturnahen Bewirtschaftung der Weseraue wird die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Durch die „ Insellage „( Weser im Süden und Osten, Wiehengebirge im Norden, neue A 30 westl.) können Flächen in anderen Bereichen nicht wirtschaftlich hinzugepachtet oder erworben werden. Ein Ausweichen auf andere landwirtschaftliche Flächen ist somit unmöglich.
  • Das Bauernhof Café ist durch die Nähe des Neubaus ( 50 Meter vom Café, passt nicht zum Image eines Bauernhof Cafés ) und die schlechtere Erreichbarkeit auch grundlegend bedroht.

f. Verkehrliche Erfordernis/Notwendigkeit des Projektes

  • 4-spuriger Ausbau der B482 (Fortschreibung im BVWP angemeldet) ist eine direkte, leistungsfähige Verbindung von Minden zur A2/A30, die auch die Anbindung der anstehenden Projektrealisierung „regioPort Minden“ sicherstellt
  • Ein zukünftig auftretendes Problem der langen Zeitdauer bis zum Verlassen der Betriebsgelände der an der B61 ansässigen Unternehmen (gemeint ist hier wohl die Firma Denios) gibt es nicht
  • die Firma Denios wird nicht über die B61 sondern – über die jüngst durch die Stadt Bad Oeynhausen geschaffene Zufahrt – über die Straße Am Meierbach logistisch angebunden
  • die überregionale Anbindung der Firma Denios erfolgt so direkt über die Dehmer Spange zur A30, nicht über die B61
  • Denios hat eindeutig erklärt, dass es diesen Neubau nicht braucht
  • die Lenkungswirkung für die Verbindung von Minden zur A30 wird durch das bessere logistische Angebot (durchgehende 4-spurige Straße) der B482 im Vergleich zur jetzigen Trasse der B61 erreicht
  • der ausgewiesene Mehrverkehr von nur 125 LKW/Tag in der Planvariante offenbart den fehlenden Bedarf für dieses Vorhaben
  • Es besteht keine Notwendigkeit für das Projekt, die unvollständigen Gesamtprojektkosten in Höhe von 13,4 Mio € sollten für andere Projekte mit entsprechend hoher Bedeutung verwendet werden
  • Ein vordringlicher Bedarf kann aus den Sachargumenten nicht abgeleitet werden.