{"id":246136,"date":"2022-03-17T23:25:38","date_gmt":"2022-03-17T22:25:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/?p=246136"},"modified":"2022-03-17T23:25:38","modified_gmt":"2022-03-17T22:25:38","slug":"nutzung-von-bad-oeynhausens-untergrund-fuer-die-waermeversorgung-der-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/2022\/03\/nutzung-von-bad-oeynhausens-untergrund-fuer-die-waermeversorgung-der-stadt\/","title":{"rendered":"Nutzung von Bad Oeynhausens Untergrund f\u00fcr die W\u00e4rmeversorgung der Stadt"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Mit seinen Heilquellen hat Bad Oeynhausen schon einmal aus kostbaren Bodensch\u00e4tzen ein Gesch\u00e4ftsmodell entwickelt.<\/h3>\n<p><figure id=\"attachment_246138\" aria-describedby=\"caption-attachment-246138\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0685_web.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0685_web-250x137.jpeg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"137\" class=\"size-Bild-rechts wp-image-246138\" srcset=\"https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0685_web-250x137.jpeg 250w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0685_web-400x218.jpeg 400w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0685_web-800x437.jpeg 800w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0685_web-768x419.jpeg 768w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0685_web-150x82.jpeg 150w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0685_web.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-246138\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Thomas Schmidt<\/figcaption><\/figure> Der Professor Thomas Schmidt hat weit unter den bisher erschlossenen Solequellen nun eine neue \u201ehei\u00dfe\u201c Spur f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft entdeckt. \u201eIch habe Kinder und Enkelkinder und m\u00f6chte, dass die auch so ein sch\u00f6nes Leben haben k\u00f6nnen, wie ich es bislang hatte.\u201c Mit diesen pers\u00f6nlichen Worten begr\u00fc\u00dft Thomas Schmidt die 50 interessierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu seinem Vortrag \u00fcber die Zukunft der W\u00e4rmeversorgung in Bad Oeynhausen. Der Klimawandel treibt den Experten um. Er kennt die Zahlen genau und macht nachdr\u00fccklich klar, dass Deutschland bis 2045 Klimaneutral werden muss. Das sei nicht mehr allzu lange hin, vor allem, wenn man bedenkt, dass Deutschland seit 1990 in der W\u00e4rmeversorgung fast nichts eingespart hat.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund lud der Bad Oeynhausener Ortsverband B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu einem Themenabend in die Druckerei ein, um Ideen vorzustellen, wie eine lokale W\u00e4rmeversorgung ohne \u00d6l und Gas gelingen kann. \u201eDie besondere Brisanz aufgrund des Ukrainekrieges war zum Zeitpunkt der Planungen noch gar nicht absehbar\u201c, erl\u00e4utert Gr\u00fcnen Sprecher Tobias Wolff in seiner Begr\u00fc\u00dfung.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst nahm Jana Sasse, Gr\u00fcne Landtagskandidatin f\u00fcr den Wahlkreis Minden-L\u00fcbbecke II eine politische Einordnung vor. Sie wei\u00df, dass 30% der C02-Emissionen von Geb\u00e4uden ausgehen. \u201eDarum m\u00fcssen wir schneller energieeffizient sanieren und h\u00f6here Standards bei Neubauten setzen.\u201c Mit Hilfe von gezielten F\u00f6rderungen und Beratungsleistungen soll der Umstieg sozial gerecht werden, damit alle Einkommensschichten ihre Emissionen und Energiekosten nachhaltig reduzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend pr\u00e4sentiert Thomas Schmidt sein Konzept zur W\u00e4rmeversorgung. Er ist seit 40 Jahren im Energiesektor t\u00e4tig und lehrt seit 2002 am Fachbereich Energie, Geb\u00e4ude, Umwelt der Fachhochschule M\u00fcnster. Weil ihm das Thema nachhaltige W\u00e4rmeversorgung eine Herzensangelegenheit ist, hat er sich Daten aus unterschiedlichen Quellen beschafft und ganz konkrete Berechnungen f\u00fcr Bad Oeynhausen durchgef\u00fchrt. Seine Bestandsaufnahme ergibt, dass in der Kurstadt ca. 10.000 Geb\u00e4ude vor 2001 gebaut wurden und energetisch saniert werden m\u00fcssten. Die gesamten energetischen Sanierungskosten f\u00fcr die Auswechselung von T\u00fcren, Fenstern und Dachert\u00fcchtigung w\u00fcrden f\u00fcr die in Bad Oeynhausen betroffenen Geb\u00e4ude insgesamt schnell im Milliardenbereich landen, hat der Professor berechnet. Darum lautet sein Fazit: \u201eDer durchschnittliche Hausbesitzer wird mit den notwendigen Investitionen \u00fcberfordert sein.\u201c<\/p>\n<p>Hinzu kommt die Frage, woher die W\u00e4rme der Zukunft kommen soll. W\u00e4hrend in vielen Neubauten inzwischen auf W\u00e4rmepumpen gesetzt wird, um die Geb\u00e4ude ohne fossile Energien zu heizen, sei diese L\u00f6sung f\u00fcr Altbauten aufgrund des immensen Stromverbrauchs nicht praktikabel. W\u00fcrden alle Haushalte auf W\u00e4rmepumpen umsteigen, w\u00fcrde sich der gesamte Energieverbrauch der Kurstadt von ca. 200 Gigawattstunden auf ca. 400 Gigawattstunden verdoppelt. \u201eUnd dabei ist der Strom f\u00fcr E-Autos noch gar nicht ber\u00fccksichtigt\u201c, erg\u00e4nzt Schmidt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_246139\" aria-describedby=\"caption-attachment-246139\" style=\"width: 783px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0679_web.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0679_web-800x505.jpeg\" alt=\"\" width=\"783\" height=\"494\" class=\"size-large wp-image-246139\" srcset=\"https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0679_web-800x505.jpeg 800w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0679_web-400x253.jpeg 400w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0679_web-768x485.jpeg 768w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0679_web-150x95.jpeg 150w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0679_web-250x158.jpeg 250w, https:\/\/www.gruene-badoeynhausen.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_0679_web.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 783px) 100vw, 783px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-246139\" class=\"wp-caption-text\">(v.l.n.r.) Ortsverbandssprecherin Laura Ellen Smaczny, Prof. Thomas Schmidt, Landtagskandidatin Jana Sasse, Ortsverbandssprecher Tobias Wolf<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Alternative zu der individuellen W\u00e4rmepumpe schl\u00e4gt der Experte daher ein kommunales W\u00e4rmenetz vor. Ein solches W\u00e4rmenetz wird in Bad Oeynhausen schon seit vielen Jahren erfolgreich betrieben. Die in das Transportsystem eingespeiste W\u00e4rme m\u00fcsste jedoch ausschlie\u00dflich aus nachhaltigen Quellen generiert werden. Daf\u00fcr sieht Schmidt unterschiedliche M\u00f6glichkeiten: Abw\u00e4rme, z. B. aus Rechenzentren oder Industrieanlagen, Solarthermie, Biogas und Blockheizkraftwerke nennt er als Optionen.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Potenzial sieht Schmidt allerdings in der Tiefengeothermie: \u201eDa schlummert ein kostenloser Schatz in der Erde\u201c. Um diesen Schatz zu heben, m\u00fcssten zwei ca. 3 Kilometer tiefe Bohrungen durchgef\u00fchrt werden. Das 100 Grad warme Wasser k\u00f6nnte hochgepumpt und nach dem Verbrauch \u00fcber eine zweite Bohrung in den Kreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Dass die Tiefengeothermie keine Zukunftsmusik ist, beweist ein Beispiel aus Unterhaching, wo bereits 235 Gigawattstunden \u00fcber Tiefengeothermie erzeugt werden. \u201eDas ist circa die H\u00e4lfte des Bad Oeynhausener Bedarfs\u201c, sagt Schmidt.<\/p>\n<p>Eine Gefahr f\u00fcr die Heilquellen sieht Schmidt in dem Vorhaben nicht. Die Bohrung des Humboldt Sprudels habe die Funktion des Jordansprudels auch nicht beeintr\u00e4chtigt. F\u00fcr Tiefenbohrungen bestehe in Deutschland viel Know-How, womit eine pr\u00e4zise und abgedichtete Bohrung sichergestellt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wohlwissend, dass dieses Projekt erhebliche Investitionen erfordern w\u00fcrde, schl\u00e4gt der Professor die Gr\u00fcndung einer b\u00fcrgergetragenen Energiegenossenschaft vor: \u201eWarum sollen wir in globale Aktienfonds investieren, wenn wir unser Geld auch f\u00fcr unsere eigene nachhaltige W\u00e4rmeversorgung vor Ort einsetzen k\u00f6nnen?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Mit seinen Heilquellen hat Bad Oeynhausen schon einmal aus kostbaren Bodensch\u00e4tzen ein Gesch\u00e4ftsmodell entwickelt. 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