Sielwehr-Beschluss erneut vertagt

Verantwortungslos oder wie ein einstimmiger Beschluss ausgebremst wird.

Angesicht der Bilder, die täglich im Fernsehen und in den Zeitungen das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe nur annähernd darstellen können, muss man sich fragen, ob sich die großen Fraktionen ihrer Verantwortung bewusst sind. Während die CDU sich aus dem Prozess nicht gänzlich ausschließt, sondern weitere Informationen anfordert, will die SPD in nach Aussagen ihres Fraktionsvorsitzenden den Status Quo dieses Betonbauwerks zementieren. Sogar lächerlicherweise mit der Begründung von zu viel Beton!

Absenken bedeutet gleichzeitig Schaffung größerer Überflutungsbereiche und Absenkung des Hochwasserspiegels eines Hundertjährigen Hochwassers um 30 cm. 30 cm haben an der Elbe Mühlberg diesmal geschützt, man war sicher und fühlte sich auch so. Diese 30 cm haben in Magdeburg gefehlt, diese fehlenden 30 cm haben an anderen Stellen Deiche brechen lassen. Abgesehen von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie müssen sich die Mitglieder des Ausschusses fragen lassen, ob sie denn kein Fernsehen haben. Jetzt wird aktuell der verschleppte und nicht durchgeführte Hochwasserschutz kritisiert und wir wollen unbeeindruckt davon dies ganz einfach weiter vertagen? Einige scheinen überhaupt nicht zu begreifen, um was es geht. Bereits ein naturnah gestalteter Fluss ist effektiver Hochwasserschutz.

Schon bei der Hälfe der Niederschläge, die in Süddeutschland gefallen sind, wären Fürstenwinkel und Prinzenwinkel überschwemmt. Das Wasser in den Hochwassergebieten hat auch nicht die Durchführung der verschleppten Maßnahmen abgewartet, sondern ist einfach gekommen, siehe Deggendorf. Als warnendes Beispiel möge das Augusthochwasser 2010 in Bad Essen dienen, das bei uns glücklicherweise nur punktuell für Überflutungen sorgte. Wir hatten dabei auf der Lohe noch 120 l/m², in Herford schon viel weniger. Wäre der Regen in gleicher Intensität regional gefallen, wären Fürstenwinkel und Prinzenwinkel stark gefährdet. Niemand denkt an die Rückstauwirkung der Weser, die das Abfließen der Werre stark behindern kann, und die Gefahr vergrößert. Nur im Rahmen der Absenkung und mit der Aufweitung können die Gefahren effektiv gemindert werden und Bilder wie im Fernsehen unwahrscheinlich machen.

Zudem gibt es für eine von Dr. Olaf Winkelmann geforderte effektivere Wasserkraftanlage von der Unteren Wasserbehörde keine Genehmigung, wenn nicht abgesenkt wird. Aber auch das Schreiben kann man ja einfach willkürlich in Frage stellen.

Jeder weiß, was wir jetzt nicht machen, müssten wir dann spätestens 2025 alles ohne Förderung auf eigene Kosten machen.

Rainer Müller-Held

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