Zu viel House of Cards geschaut?

  • Neue Westfälische vom 25.04.2026: “Grüne wollen Amtszeit begrenzen”
  • Neue Westfälische vom 02.05.2025 “Das Amt und die Zeit“

Mehrfach gibt Herr Gödecker in seiner Berichterstattung zu, dass der Antrag der Grünen, die Aufsichtsratsmandate in Bad Oeynhausen in allen Gremien auf 10 Jahre zu begrenzen, eine gute Idee ist.

Weil aber die Schlagzeile „Politiker haben eine gute Idee und bringen sie als Antrag ein“ in Zeiten einer Empörungsgesellschaft, die ebendieser Redakteur allzu häufig selbst kritisiert, kaum Klicks und Reichweite bringt, muss natürlich irgendwo noch ein Skandal herbeigeschworen werden.

Portraitfoto von Dr. Christian Fitte
Christian Fitte – stellv. Fraktionsvorsitzender
Man verändere geringfügig die Fakten, die der allgemein informierte Leser im Detail nicht kennt, und unterstellt der Fraktion, die eine gute Idee hatte, nichts weniger als Doppelmoral und Vetternwirtschaft.

Im konkreten Fall unterstellt Herr Gödecker, dass die Grünen ihren ehemaligen Fraktionsvorsitzenden, der damals langjähriges Aufsichtsratsmitglied der SGW war, schützen wollten und nun mit dem Antrag der zukünftigen Amtszeitbegrenzung ihr schlechtes Gewissen heilen wollen.

Was verschwiegen wird: Der damalige Antrag der FDP kam drei Wochen vor der Kommunalwahl. Was, außer einem enormen Verwaltungsaufwand, hätte ein sofortiger Rücktritt gebracht, wenn ebendiese Gremien drei Wochen später sowieso neu besetzt werden?

Außerdem behauptet Herr Gödecker, dass der damalige und der jetzige Antrag deckungsgleich seien. Im FDP-Antrag ging es allerdings ausschließlich um den SGW-Aufsichtsrat in der damals aktuellen Besetzung. Der Antrag der Grünen beinhaltet alle städtischen Unternehmen auch für die Zukunft.

Richtig ist, dass der Antrag eine Lehre aus verbesserungswürdigen Strukturen der Vergangenheit ist. Wenn Fehler der Vergangenheit aber nicht mehr zu heilen sind, ist es zumindest die Pflicht einer verantwortungsvollen Politik, die Strukturen in Zukunft besser zu machen.

Dass ein solcher Versuch in der Lokalpresse derart skandalisiert wird, ist befremdlich.
Mit solch böswilligem Journalismus treibt man nicht nur die Wählerinnen und Wähler in die Arme extremistischer Parteien, (weil die etablierten Parteien ja nur noch an sich selbst denken und nichts mehr auf die Reihe kriegen) sondern sorgt gleichzeitig dafür, dass immer weniger Menschen sich ehrenamtlich um ein politisches Mandat bewerben.

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