Kunstrasenplatz

Am Donnerstag hätte man im Sportausschuss die Weichen stellen können für eine finanziell realisierbare Lösung eines Kunstrasenplatz in einem absehbaren Zeitraum. Die beiden großen Fraktionen schienen sich aber vorab darauf verständigt zu haben, dass man lieber ein bisschen wartet und das Stadion an der Mindener Straße inklusive dem Hockeyplatz erneuert und dort zwei Fußballplätze installiert. Einmal Rasen im Stadion und einen Kunstrasenplatz. Dazu soll die Verwaltung zum nächsten Sportausschuss die Planungskosten vorstellen.

Der Gedanke, die beiden Plätze an der Stelle zu bündeln ist nicht schlecht. Ist mir lieber als Bau- oder Möbelmarkt und auch als ein Autohaus. Und im Scherz gesagt habe ich das schon, als uns der Baumarkt vorgeschlagen wurde.

Merkwürdig ist nur, dass der Fraktionsvorsitzende der SPD bis vor ein paar Wochen, vielleicht sogar Tagen, an genau der Stelle noch von einem Baumarkt begeistert war. Auch die Vorstellung der beiden neuen Nachfrager schien mir im letzten Ausschuss für Stadtentwicklung sehr wohlwollend aufgenommen worden zu sein. Wie dieser plötzliche Sinneswandel zustande kommt, erschließt sich mir nicht so ganz. Auch merkwürdig, dass diese Entscheidung offensichtlich so wichtig war, dass er selbst in dem Ausschuss saß … obwohl eigentlich nur Vertreter eines sachkundigen Bürgers – der selbst in den Zuschauerreihen saß.

Am Standort Stadion/Hockeyplatz passen zwei Fußballplätze nur, wenn man die alten Tennishallen und den Leiter-Komplex abreisst. Nichts dagegen, aber die gehören der Stadt nicht. Das Haus der Jugend wird wohl auch weichen müssen. Und dann fehlen immer noch die Parkplätze – die man aber auf die Freifläche der Container verlagern könnte. Auch die Laufbahn wird wohl verschwinden, wohin die Leute dann ausweichen sollen? Abwarten. Insgesamt aber machbar und auch nicht unvernünftig. Aber sehr teuer und die von der SPD veranschlagten 2 Jahre bis zu Fertigstellung erscheinen mir wie ein Wachtraum.

Unser Vorschlag war das Schulzentrum-Süd. Auf dem Sportplatzkomplex könnte man verschiedene Lösungen umsetzen, um einen Kunstrasenplatz zu installieren ohne neue Grundstücke zu erwerben und ohne andere Sportarten einzuschränken. Das ganze könnte weiterhin noch in diesem Jahr geschehen. Es stehen zudem Gelder im Raum, die die Stadt schon lange hätte abrufen können und bei denen der Druck, dass wir sie womöglich gar nicht mehr bekommen, wenn noch länger gewartet wird, immer größer wird.

Im nächsten Sportausschuss im Mai soll die Verwaltung aber nun lediglich eine Kostenplanung für den Stadionstandort vorstellen. Ob dann etwas entschieden wird, ist noch nicht klar. Was wenn sich herausstellt, dass es zu lange dauert (was mich nicht wundern würde) und dass es zu teuer ist (würde für noch weniger Verwunderung sorgen)? Schulzentrum Nord wurde zu Recht kategorisch ausgeschlossen. Haben wir dann nur 3 Monate verloren bei der Installation des Kunstrasenplatzes im Schulzentrum Süd, oder stirbt das Projekt dann genauso langsam wie die Fahrradfreundliche Stadt?

stellv. Fraktionsvorsitzender, Vorstandssprecher im Ortsverband, seit 2008 bei den Grünen in Bad Oeynhausen und seit 2009 Mitglied im Rat der Stadt.

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