Zwischenruf – einmal von der anderen Seite

Dem aufmerksamen Leser dürfte es nicht entgangen sein – die Lokalredaktionen der Neuen Westfälischen in Bad Oeynhausen und Löhne scheinen sich gegenüber der Politik in beiden Kommunen neu auszurichten.

  • In Bad Oeynhausen ging es beispielsweise in der letzten Woche um angebliche Kosten für eine fahrradfreundliche Stadt in Höhe von über 500.000 Euro für Radwege und sonstige Maßnahmen. Auch wenn der Artikel damit schloss, dass alles vor dem Hintergrund der leeren Kassen wohl nicht zu finanzieren sei, bleibt die Frage: Was soll dieser schlampig recherchierte Artikel? Bei Lesern, die aus Zeitgründen nur die Überschriften lesen – und die gibt es – werden so irrige Ansichten geschürt.
  • Zweites Beispiel: Ausschuss für Stadtentwicklung, Planungskosten für mögliche Vorhaben entlang der Mindener Straße. Hier wurde fast der ganze Ausschuss gescholten und via Kommentar abgebügelt. Tenor: Planungskosten von 35.000 Euro können wir uns in diesen Zeiten gar nicht mehr leisten, zumal die Stadt für diese Straße gar nicht zuständig sei. Der Lokalreporter Steinert verschließt sich jedoch völlig dem Vorhaben, dieses für die Stadt bedeutende Terrain systematisch im Zuge der Errichtung der A30n weiter zu entwickeln.
  • Drittes Beispiel: Sowohl in Löhne als auch in Bad Oeynhausen werden die Sparbemühungen von Bürgermeister und Ratsmehrheit scharf kritisiert. Halbherzig, mutlos, etc. …

Natürlich ist es völlig legitim, die Haushaltssicherungskonzepte auch als Presse kritisch zu begleiten. Aber, den Eindruck – wie jetzt in Löhne – zu erwecken, ein genehmigungsfähiges HSK wäre mit einem rigiden Sparkurs praktikabel, hinterlässt einen scheinheiligen Eindruck. Würde sich die Politik tatsächlich aufmachen, in Löhne und Bad Oeynhausen die etlichen Millionen bis zu einem ausgeglichenen Haushalt 2013 zusammenzukratzen, dann wird es in beiden Städten Verwerfungen geben. Und was macht die Presse dann?

Sie wird sich auf die Seite derer schlagen, die die Politiker für ihre Streichmaßnahmen als Kulturbanausen, Sport- und Bildungszerstörer titulieren.
Ich erinnere an die unzähligen Kommentare in der jüngsten Vergangenheit zum Märchenmuseum, Museumshof, Kunstrasenplatz, zur Beschränkung des Kursangebotes der VHS, dem Abbau des Frühschwimmens im Sielbad.

Nein, die NW hat der Politik ein Stöckchen hingehalten, über das die Politiker nicht springen sollten.

Dr. Volker Brand
Fraktionsvorsitzender Grüne Bad Oeynhausen

Fraktionsvorsitzender, Ausschussvorsitzender im Umweltausschuss

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