Hofwassermühle wo sie immer war, oder wo sie keine Kosten verursacht?

Alle wollten gestern in der Ratssitzung über die Hofwassermühle sprechen. Es gab dazu auf der Tagesordnung zwei TOPs – einen im öffentlichen und einen im nicht öffentlichen Teil. Wobei letzterer versprach der interessantere zu sein, denn hier ging es um Zahlen. Zahlen die belegen, dass der Betrieb der Hofwassermühle am aktuellen Standort signifikant Geld kostet. So war es denn auch nicht verwunderlich, dass fast alle Fraktionen den Antrag stellten, diesen TOP in den öffentlichen Teil zu hieven – ohne über nichtöffentliche Dinge zu reden. Is’ klar!

Gebracht hat das dann leider nichts neues, denn die Zahlen durften nicht genannt werden. Allerdings halte ich das bei den reinen Betriebskosten für kein Geheimnis und wir lagen mit unseren Schätzungen in der Vergangenheit gar nicht mal so schlecht. Je nach Laufzeit des Vertrages kommt ein deutlich fünfstelliger Betrag dabei heraus. Das dies aufgrund der Laufzeit differiert, liegt am Abschreibungsanteil auf die Hofwassermühle in der Summe. Dazu kommen einmalige Koste für Instandsetzung und Ertüchtigung der Mühle und umgebenden Anlagen. Ebenfalls ein solider fünfstelliger Betrag. Der natürlich von CDU und SPD mehr als angezweifelt wurde, unserer Ansicht nach eher höher ausfallen wird. Die Zahlen anderer Mühlen belegen unsere Ansicht.

Die Diskussion drehte sich nach kurzer Zeit im Kreis. Die Pro-Argumente sind im Wesentlichen: im Siekertal ist es schön, im Siekertal war es schon immer, im Siekertal geht sonst der Museumshof zu Grunde, im Siekertal besuchen viele Leute die Mühle. Nun, den Standort im Siekertal fanden ich und meine Familie auch vor meiner Ratszeit schon nicht besonders schön. Immer im Schatten und neben einem Sumpf, aber das ist Geschmackssache. Am möglichen neuen Standort ist es ebenfalls schön und es gibt dort ebenfalls einen Hof, der zudem noch Gastronomie bieten wird. Besucht wird die Mühle – wie andere Mühlen auch – an den Mühlentagen. Ansonsten steht die dort und kann von außen angesehen werden. Ich bezweifle, dass jemand wegen der Mühle ins Siekertal geht, sofern kein Mühlentag oder sonstiger Betrieb ist. Mithin sind alle anderen Mühlen an den Mühlentagen ebenfalls gut besucht, weil die Leute dann genau deswegen dorthin fahren. Alles was für den alten Standort spricht, ist am neuen ebenfalls möglich – sogar besser.

Im nicht öffentlichen Teil ging es dann um die Zahlen, die zwar schon in der Zeitung standen, aber trotzdem nicht öffentlich waren. Laut der CDU lagen die Unterlagen im Hauptausschuss auf dem Pressetisch, die Verwaltung wies aber weit von sich, dafür verantwortlich zu sein und natürlich war es auch niemand anders. Es ist schon lustig, dass die Betroffenen an die Presse gehen, dort Zahlen umherschwirren, man im Rat aber durch den nichtöffentlichen Teil einen “Maulkorb” bekommt und die Öffentlichkeit nicht hören darf, was Sache ist. Und die im öffentlichen Teil von der CDU erwähnten Sponsorengelder habe ich wohl nicht mitbekommen – womöglich wurden sie aber auch gar nicht genannt. Aufgepasst habe ich eigentlich.

Zusammengefasst stellt es sich so dar, dass sich der Rat entscheiden muss, ob die Mühle an einem neuen Standort so weiter betrieben werden kann wie bisher und dafür nichts zahlt, oder ob alles so bleibt wie es ist und wir dafür jedes Jahr Geld in fünfstelliger Höhe aufwenden müssen. Und zwischen den beiden Tagesordnungspunkten hat der Kämmerer den Haushalt 2013 vorgestellt, über dem das Damoklesschwert des Nothaushaltes schwebt.

Da beschließen wir doch noch schnell einen langfristigen Pachtvertrag, den wir nicht brauchen und bauen einen “Sportpark” wo es nicht passt. Wir haben’s ja!

stellv. Fraktionsvorsitzender, Vorstandssprecher im Ortsverband, seit 2008 bei den Grünen in Bad Oeynhausen und seit 2009 Mitglied im Rat der Stadt.

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